Juden

Der Pferdehändler Alex Schönfeld
(1871-1933) mit seiner Frau
Flora (1869-1936) und den Kindern
Edgar, Herbert (auf den Pferden)
und Hanni. Die Söhne und die
Tochter emigrierten in den
1930er Jahren in die USA.
Juden sind in Wunstorf seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar, haben aber wohl schon seit etwa 1300 in der Stadt gelebt. Infolge der Judenemanzipation im 19. Jahrhundert etablierte sich hier eine bedeutende jüdische Gemeinde, der auf dem Höhepunkt ihrer Existenz (um 1860) fast 90 Personen angehörten.
Im Jahre 1925 lebten noch 69 Bürger jüdischen Glaubens in Wunstorf, die überwiegend als Kaufleute und Händler tätig waren. Unter ihnen waren verschiedene Persönlichkeiten, die sich um die Entwicklung Wunstorfs verdient gemacht haben, wie etwa der Holzhändler Emil Kraft, der seit 1924 im Bürgervorsteherkollegium war, als ehrenamtlicher Senator in den Magistrat gewählt wurde und sich wie auch seine Frau Elfriede wohltätig engagierte. Ihre Synagoge hatte die Gemeinde in der Küsterstraße.
Infolge der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung ist auch die Wunstorfer jüdische Gemeinde ausgelöscht1) worden. 41 ihrer Angehörigen kamen gewaltsam ums Leben, dazu die Steinhuderin Ida Frank. An diese 42 Menschen erinnern heute ein 2002 vom Bildhauer Ostap Rebmann geschaffenes Mahnmal neben der Abtei, außerdem noch verschiedene Straßennamen. Letzte authentische Relikte des früheren Lebens von Juden in Wunstorf sind – außer einer Reihe von Akten und Fotos im Stadtarchiv - verschiedene Wohnhäuser jüdischer Bauherren und der Judenfriedhof an der Straße Nordrehr. Ein weiterer Judenfriedhof liegt im Hohen Holz unweit des Wasserwerks; dort sind Angehörige der jüdischen Gemeinden Hagenburgs und Steinhudes im 18. und 19. Jahrhundert begraben.
Personen und Familien

(Dr. Meier Spanier)
Über Dr. Meier Spanier kann auf einer eigenen Seite in diesem Wiki Wissenswertes nachgelesen werde.
Eine Übersicht auf den Geschichtsseiten der Stadt Wunstorf gibt näheren Aufschluss über das Schicksal von 41 Wunstorfer Bürgerinnen und Bürgern jüdischen Glaubens, die im Zuge des 2. Weltkrieges deportiert, ermordet und vermisst wurden.
Literatur
- Rolf-Bernd de Groot (Hrsg.): Jüdisches Leben in der Provinz : Schicksale jüdischer Familien in Schaumburg seit 1560, Ellert & Richter, Hamburg, 1. Aufl. 2008, ISBN 978-3831903337, 238 Seiten
- Heiner Wittrock: Das Schicksal der Juden in Wunstorf, DIG, Hannover, 2. Aufl. 2007, 128 Seiten
- Herbert Obenaus; David Bankier; Daniel Fraenkel: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen, Wallstein, Göttingen, 2005, ISBN 978-3892447535, 1678 Seiten
- Friedel Homeyer: Gestern und Heute. Juden im Landkreis Hannover, Hannover, 1984, 324 Seiten (Jüdische Friedhöfe in Wunstorf)
Weblinks
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